Farnez Abdoli „Dressed to resist“
Farnaz Abdoli ist eine multidisziplinäre iranische Künstlerin, die in den Bereichen Modedesign, bildende Kunst und Grafikdesign tätig ist. Sie ist Gründerin und kreative Kraft hinter POOSH-e MA, einem Damenmodelabel, das sie 2011 ins Leben rief. Bekannt für ihren mutigen Umgang mit Form, Farbe und persönlichem Ausdruck, hat sich Farnaz Abdoli zu einer der führenden Stimmen der zeitgenössischen iranischen Mode entwickelt. In den frühen 2010er Jahren spielte Farnaz eine entscheidende Rolle bei der Neugestaltung der Damen-Streetwear im Iran. Indem sie Stil innerhalb der Grenzen lokaler Erwartungen neu interpretierte, trug ihre Arbeit dazu bei, öffentliche Kleidungsvorschriften zu verändern, und provozierte dadurch wiederholt Konfrontationen mit staatlichen Behörden. Im Jahr 2013, im Alter von nur 26 Jahren, wurde Farnaz von CNN als eine der zehn einflussreichsten Frauen des Jahres ausgezeichnet – ein Meilenstein, der weltweite Aufmerksamkeit auf ihren kreativen und sozialen Einfluss lenkte.
„Dressed to Resist“ präsentiert ihre Arbeit und ihre Geschichte als Modedesignerin. Anhand von Modearbeiten, dokumentarischem Material und Fotografien zeigt die Ausstellung, wie Kleidung im Iran zu einem Ort des Widerstands werden konnte. Abdolis Designs stellten die verpflichtenden Kleidervorschriften in Frage und brachten neue Farben, Formen und Ausdrucksweisen von Individualität in den öffentlichen Raum.
Diese Experimente hatten schwerwiegende Konsequenzen: Verhaftung, Verhöre, Einzelhaft und eine Gefängnisstrafe.
Heute setzt sie ihre Arbeit im Exil fort, wo Mode nicht nur eine ästhetische Praxis ist, sondern auch ein Zeugnis von Überleben, Widerstand und dem Kampf für die Freiheit von Frauen.
Farnaz Abdoli studierte Grafikdesign am Art College of Shiraz und an der Sariyan-Universität im Norden des Iran, setzte später ihre Modeausbildung am IED Barcelona fort und erwarb einen MBA an der Shahid-Beheshti-Universität in Teheran. Ihr Weg in die Modewelt begann im Theater, wo sie schon in jungen Jahren als Schauspielerin tätig war. Das Entwerfen von Kostümen für Bühnenaufführungen war ihre erste praktische Erfahrung mit Kleidung als Medium – ein Weg, der sich später zu einer umfassenderen künstlerischen Auseinandersetzung mit Identität, Widerstand und Selbstdarstellung entwickelte.
Über die Mode hinaus arbeitet sie mit lokalen und indigenen Frauen im ganzen Iran in gemeinschaftsbasierten Kunst- und Textilprojekten zusammen. Diese Kooperationen interpretieren traditionelles Handwerk durch eine zeitgenössische Linse neu und bieten nicht nur neue Einkommensquellen, sondern auch Plattformen für Sichtbarkeit, Dialog und Empowerment. Ihre Arbeit dient als visuelle und kulturelle Brücke – sie verbindet die Randgebiete mit der Welt – und verankert persönliche Geschichten in globalen Diskursen über Geschlecht, Handlungsfähigkeit und Transformation.
Vernissage am 7. Mai um 19.00 Uhr
Einführung: Iris Nitzl
Ausstellungsdauer: 8. Mai – 10. Juni 2026
Öffnungszeiten: Mo – Sa 14 – 17 Uhr und nach Vereinbarung


