Besuch in der Synagoge in Straubing

Eine Gruppe von Mitarbeiter*innen des Haus International besuchte am 14. November die Synagoge in Straubing. Wir wurden von Anna Zisler, 1. Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, sehr herzlich empfangen.

Die Synagoge in Straubing wurde 1907 erbaut und ist die einzige in Niederbayern. Die Gemeinde umfasst 800 Mitglieder, davon leben 200 in Landshut. Mehr als 90% der Mitglieder sind Kontingentflüchtlinge aus der ehemalige Sowjetunion, die in neunziger und tausender Jahren nach Deutschland kamen. Für 3500 von ihnen war Straubing die erste Adresse. Auch in Altdorf gab es damals ein Heim für jüdische Kontingentflüchtlinge. „Ohne die Zuwanderung wären wir längst ein Museum“, so Anna Zisler, deren Vater Israel Offmann, ein Holocaustüberlebender aus Polen war.
In der Synagoge und im jüdischen Gemeindezentrum erfuhren wir viel über die Geschichte der Gemeinde und die jüdische Religion und das religiöse Leben. Aber auch der Antisemitismus in der Geschichte und heute war ein großes Thema. Seit 2015 kann die Synagoge nach einer Bedrohung nur noch über einen Seiteneingang beteten werden, seit dem Anschlag von Halle gibt es außerdem eine Sicherheitsschleuse und Polizei vor der Türe.

Neben der Synagoge unterhält die Gemeinde auch zwei Friedhöfe in Straubing und eine Sozialberatungsstelle für ihre Mitglieder. Ähnlich wie die Kirchengemeinden leidet sie an Überalterung. Die Israelitische Kultusgemeinde ist sehr gut vernetzt sehr aktiv im interreligiösen Dialog in Straubing. Leider fehlt in Landshut seit einigen Jahren ein Ansprechpartner auf jüdischer Seite für den interreligiösen Dialog.