Rundbrief 01/2026
Haus International e. V. | Orbankai 3-4, D-84028 Landshut

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Jahreswechsel
2025 war ein sehr herausforderndes Jahr im Haus International. Krankheitsfälle schränkten die Arbeit einer ganzen Abteilung ab dem Sommer erheblich ein. Durch die unerwartete Auflösung der GU Porschestraße zum Jahresende mußten wir eine Außenstelle komplett schließen. Die sogenannte "Migrationswende" und die Kürzungen von öffentlichen Mitteln beeinflußen unsere Arbeit unmittelbar. 

Autoritarismus und Totalitarismus sind weltweit weiter auf dem Vormarsch. Wir versuchen vor Ort dagegenzuhalten durch die Zusammenarbeit mit  zivilgesellschaftlichen Netzwerken für Demokratie und Menschenrechte. Und wir blicken auch mit gewissen Sorgen auf die Kommunalwahlen am 8. März 2026.

Um so mehr bedanken uns bei allen Mitgliedern, Förderer*innen und Partner*innen, die uns im vergangenen Jahr mit Rat und Tat und finanziell weiter unterstützt haben. 

Insgesamt waren fast 200 ehren- und hauptamtliche sowie freie Mitarbeiter*innen und Praktikant*innen im Jahr 2025 für das Haus International tätig. Die ehrenamtlichen Aktivitäten und die Förderkreise blieben stabil. 

Wir danken allen aktiven Mitarbeiter*innen sehr herzlich für ihr Engagement und ihr Durchhalten in schwierigen Zeiten!

Bei der Mitarbeiter*innen-Weihnachtsfeier im Rocketclub gab es neben libanesischem Essen und vielen informellen Austauschgesprächen auch einen viel beklatschten Auftritt des 2025 gegründeten Chor International - geleitet von Verena Putzo-Kistner.

Foto: Chor International im Rocket-Club
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Transformation
Unser Verein befindet sich seit 2025 in einem von zwei erfahrenen Coaches begleiteten Transformationsprozess. Notwendig wurde dieser Prozess durch den bevorstehenden Ruhestand der langjährigen Geschäftsführerin, die das Haus in seiner jetzigen Form und Ausrichtung aufgebaut hat.
 
Das sogenannte Change Management ist die strukturierte Steuerung und Begleitung tiefgreifender Veränderungen in Organisationen – sei es bei Strategien, Strukturen, Prozessen oder der Kultur –, um sie erfolgreich von einem Ist-Zustand in einen Soll-Zustand zu überführen, wobei der Fokus stark auf den Menschen und deren Akzeptanz liegt. Es geht nicht um kleine Optimierungen, sondern um strategische Umstellungen, die von Digitalisierung bis zur Unternehmenskultur reichen können. Der Schwerpunkt liegt auf der zukünftigen Verteilung von Aufgaben und Verantwortung zwischen Vorstand, Geschäftsführung und Projektleitungen und einer für alle Beteiligten stimmigen Organisationskultur. Kreative Impulse, Führungs- und Beratungsexpertise und ein offenes Mindset geben in dem Transformationsprozess Raum, um Ideen und Überzeugungen in Kraft kommen zu lassen. 

Zum 1. Juli soll die neue Geschäftsführung einsteigen und bis Ende Februar 2027 gemeinsam mit Annelies Huber einen strukturierten Einarbeitung- und Übergabeprozess durchlaufen.
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Erfolgreiches Jahr im Frauencafé
Das Internationale Frauencafé verzeichnete im Jahr 2025 wieder viele Besucherinnen. Durch die Aktivierung von Teilnehmerinnen als Ehrenamtliche konnte die wöchentliche Durchführung gesichert werden. Dadurch und durch die angebotene Kinderbetreuung ist ein niedrigschwelliger Zugang vorhanden. Die Teilnehmerinnen kommen aus aller Welt - viele sind neu zugezogen in Landshut, nicht wenige haben Fluchthintergrund.

Ein Höhepunkt war wieder das sehr gut besuchte internationale Frauenfest im Frühling. Zum Jahresende unternahmen die Teilnehmerinnen einen Ausflug auf die Burg Trausnitz mit einer Führung in leichter Sprache. 

Das Frauencafé inkl. der pädagogischen Leitung wird 100% aus Spenden finanziert. Über da Portal WirWunder kann es direkt unterstützt werden. Hier ist der Link dazu: https://www.betterplace.org/de/projects/76892-internationales-frauencafe

Foto: In der Wunderkammer auf der Burg Trausnitz
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Erste Erfahrungen syrischer Rückkehrer
Erste praxisnahe Rückmeldungen zu freiwilligen Rückkehrprozessen nach Syrien haben wir aus unserer Migrationsberatungsstelle erhalten. Diese Hinweise sind für unsere Arbeit besonders relevant, da wir sehr viele Geflüchtete aus Syrien begleiten und beraten.

Die Rückmeldungen zeigen, dass die Vorbereitung einer Rückkehr derzeit sehr zeitintensiv ist und sich über mehrere Monate erstrecken kann. Trotz vorhandener finanzieller Unterstützungsleistungen wurde berichtet, dass ein nachhaltiger Neuanfang vor Ort häufig an fehlenden sozialen und infrastrukturellen Gegebenheiten scheitert, insbesondere in den Bereichen Bildung, medizinische Versorgung und Arbeitsmöglichkeiten.

Zur Einordnung: Die Familie, die zurückgekehrt ist, war nach einem langen Aufenthalt in türkischen Flüchtlingslagern nur kurze Zeit in Deutschland, hatte alle verwandtschaftlichen Bezüge noch in Syrien und kam in ein unversehrtes Haus zurück.

Foto: Ahmet Akacha über Pexels
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Weihnachten in den Gemeinschaftsunterkünften
Unsere diesjährige Weihnachtsaktion in der GU Niedermayerstraße war ein echtes Highlight - rund 140 Kinder durften in gemütlicher und festlicher Atmosphäre ein Geschenk entgegennehmen. Gemeinsam mit der Heimleitung und der Regierung von Niederbayern hat unser Asylteam dieses kleine Feier vorbereitet, um den Kindern ein fröhliches und unbeschwertes Weihnachtsgefühl zu ermöglichen. Besonders möchten wir unseren Ehrenamtlichen danken, die in der Kindergruppe der Unterkunft aktiv sind und die Aktion mit viel Herzblut unterstützt haben. Bei Kinderpunsch, Mandarinen und strahlenden Gesichtern konnten alle spüren, wie schön es ist, Gemeinschaft und Freude in dieser besonderen Zeit zu teilen. Es war ein wunderbarer Moment, der zeigt, wie viel Freude schon kleine Gesten schenken können.

Auch im Übergangswohnheim Wittstraße und in der Ukraine-Unterkunft Klötzlmüllerstraße fanden Weihnachtaktionen für ca. 70 Kinder statt. Unterstützt wurden diese durch das Amt für Ausländerangelegenheiten und Integration. Herzlichen Dank!

Foto: Der Nikolaus im Übergangswohnheim
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20 Jahre Netzwerk Integration
Am 5. November 2005 wurde das Netzwerk Integration in Landshut gegründet, das mehr als 20 Akteur*innen in der interkulturellen Arbeit zum fachlichen Austausch 5 - 6 Mal jährlich an einen Tisch bringt. Wichtige Initiativen wurden hier gestartet wie die Gründungsinitiative für einen Migrationsbeirat (heute Integrationsbeirat) oder die Initiative zur Schaffung der Stelle eines/einer kommunalen Integrationsbeauftragten. Projekte wie SKM (Sprach- und Kulturmittel) oder MiMi (Mit Migranten für Migranten) nahmen hier ihren Anfang. 

Initiiert wurde das Netzwerk Integration von Roswitha Keil (damals Jugendamt), Mascha Sidorova–Spilker (Verein DOM) und Annelies Huber (Haus International). Die drei Gründerinnen (siehe Foto) sind heute noch aktiv dabei. Moderiert wurde das Netzwerk Integration in den letzten Jahren von Annelies Huber. Im Jahr 2026 werden Sarah Gerstl (Refugio München in Landshut) und Tatjana Fischer (Landshuter Netzwerk) neu in das Organisationsteam eintreten.

Das Netzwerk Integration beschäftigt sich vor allem mit integrationsspezifischen und migrationspolitischen Themen. Themen waren zuletzt „Integration durch Sport“, „Flucht, Trauma und psychische Gesundheit“, „Migration und Behinderung“ oder die Vorstellung der SEKON -Selbsthilfekontaktstelle Niederbayern.

Foto: Das Gründerinnen-Team auf der Netzwerksitzung im Dezember im Nachbarschaftstreff DOM

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