Im Spannungsfeld der Begriffe Linie – Lücke – Knoten begegnen sich die Arbeiten von Christine Rieck-Sonntag und Renate Haimerl Brosch in einem vielschichtigen Dialog. Was die eine zeichnerisch an der Wand entfaltet, setzt die andere plastisch im Raum fort. So entsteht ein Wechselspiel zwischen Fläche und Körper, zwischen Spur und Form, zwischen Nähe und Distanz.
Die feinen Nadelzeichnungen von Christine Rieck-Sonntag entfalten ein sensibles Geflecht aus Linien, Verdichtungen und Leerstellen. Ihnen gegenüber stehen die filigranen Drahtobjekte von Renate Haimerl Brosch, deren Formen an archaische Wagen erinnern. Sie tragen archäologische Anklänge in sich und verweisen zugleich auf mythologische Erzählungen, auf Erinnerung, Bewegung und Übergang. Die Zeichnungen greifen diese Motive auf, transformieren sie und führen sie in neuer Weise weiter. Linie wird zu Verbindung, Lücke zu Zwischenraum, Knoten zu Berührungspunkt. So treten Zeichnung und Objekt in einen offenen Austausch, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Innen und Außen, Individuum und Gemeinschaft begegnen.
Zugleich stehen Linie – Lücke – Knoten symbolisch für menschliche Kommunikation: für Wege, die zueinander führen, für Distanzen, die bestehen bleiben, und für Verbindungen, die geknüpft werden. Über kulturelle und geografische Grenzen hinweg erzählen die Arbeiten von Beziehungen, vom Miteinander und von den unsichtbaren Netzen, die Menschen miteinander verbinden.
Vernissage am 11. September um 19.45 Uhr
12. und 13. September von 14.00 -18.00 Uhr: Die Künstlerinnen sind anwesend.
Ausstellungsdauer: 11. September – 24. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Mo – Sa 14 – 17 Uhr und nach Vereinbarung


